Die Künstlerin Julia Bünnagel präsentiert im Lichthaus Arnsberg ihre Skulptur "Zwischen den Sternen". Der Titel verweist den Blick nach oben: die Arbeit verändert sich mit dem natürlichen Gang des Tages und reagiert auf die Natur und Architektur des Hauses. Streng und präzise entwickelt Bünnagel eine komplexe geometrische Form ohne Zentrum, Anfang oder Ende. Schwarze, hochglänzend lackierte Platten sind in versetzter Höhe und Tiefe, horizontal und vertikal, auf einer weissen Konstruktion montiert. Illusorisch lösen sich Linien der Skulptur in der gestreiften Fassade auf und setzen sich somit in der Architektur des Hauses fort. Das Spiel mit Licht und Schatten, Linien und Flächen, Füll- und Leerstellen verlangt Bewegung und Perspektivenwechsel, um die Arbeit in ihrer Komplexität erleben zu können. "Zwischen den Sternen" ist eine raumgreifende Skulptur mit starker physischer Präsenz, die aber auch eine Transparenz und Leichtigkeit vermittelt. Dieses Gefühl entstammt der Offenheit und Dynamik der Konstruktion, die nicht aus einer statischen Masse besteht, sondern mehrere lebendige Zwischenräume bildet. Die schwarzen Flächen und ihre innere Projektionen schaffen es die Architektur des Lichthauses zu brechen, spiegeln und teils anzueignen. Durch die Reflexionen entsteht ein neuer Spannungsfeld von Verschränkungen und Beziehungen zwischen der futuristischen Skulptur und dem historischen Umfeld. Julia Bünnagel interessiert sich für urbane Architektur und Utopien von Babylon und Tatlin bis Science Fiktion. Ihre Skulptur könnte man auch als imaginärer Entwurf für eine höhere Stadt oder schwebende Raumstation sehen, wo die Schwerelosigkeit neue Denkmodelle und imaginäre Kraft erfordert und wo man wohl "zwischen den Sternen" wohnen, arbeiten und lieben kann.