Tanz als gesellschaftliches Ritual von Zusammengehörigkeit hat sich in seiner historischen Entwicklung vom Gemeinschafts- zum Einzeltanz ausgeprägt. Dabei stellt sich die Frage, ob man überhaupt für sich alleine tanzt oder vielmehr für andere. Dieser Umstand macht den Tanz an sich sowohl introspektiv als auch extrovertiert. Der abgedunkelte Raum wird zum intimen Séparée mit einer Tanzfläche, die gerade genug Platz für eine Person bietet. Die erhöhten, dreieckigen Module werden von unten durch Neonlicht beleuchtet. Die einzige Lichtquelle taucht den Raum in eine schummrige Atmosphäre, in der die Flächen der hängenden, geometrischen Skulptur in verschiedenen Grautönen erscheinen. Die weiße Skulptur hängt wie eine Diskokugel von der Decke, reflektiert jedoch kein Licht in den Raum, sondern dreht sich langsam um die eigene Achse. Die fragmentarische Tanzfläche betont die Zwischenräume und zentriert die Installation auf einen fragilen Mittelpunkt und offenbart so einen melancholischen Tanz im Schatten der eigenen Gedanken.