In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Rupert Pfab zeigt die Kölner Bildhauerin, Installationskünstlerin und Soundperformerin Julia Bünnagel eine Auswahl neuerer Arbeiten.

In einer intermedialen Installation aus Sägezeichnungen, Papierarbeiten, Schrift, Licht, Sound und kybernetischen Objekten arrangiert sie die Galerieräume zu einem Spannungsraum aus Zwei- und Dreidimensionalität, Licht und Schatten, Masse und Leere. Die Metaphysik der Nacht, Klang und vor allem das Konzept der Sphärenmusik, die nach Pythagoras den Klang von Planetenbewegungen beschreibt, bilden die thematischen Schwerpunkte der Gesamtinstallation.

Julia Bünnagels Arbeiten strahlen stets starke physische Präsenz aus. Sie fügen sich in den vorhandenen Raum ein und ergänzen ihn. Raum und Installation erscheinen wie architektonische Fragmente einer größeren, nicht existenten Wirklichkeit und erinnern an die Utopien von Le Corbusier, Tatlin oder Oscar Niemeyer, aber auch an Kulissen aus Science-Fiction Filmen.

Fasziniert von der Unmittelbarkeit der Musik und der Idee ihrer mathematischen Grundlage kreisen die gezeigten Arbeiten zwischen Sound und Geometrie. In ihren Werktiteln und Schriftbildern bezieht sich Julia Bünnagel auf Songtitel und Liedtexte. Eine eigens komponierte Sphärenmusik durchdringt die Ausstellung. Der Ausstellungstitel ESPLENDOR GEOMETRICO, der Prachtvolle Geometrie bedeutet, ist dem Namen einer spanischen Noise-Industrialband entlehnt. Solche 'prachtvollen Geometrien' treffen auf Entwürfe von Schallplattencover und sonore Bilder und Objekte. Geometrische interstellare Skulpturen hängen rotierend, an Planeten erinnernd, von der Decke und scheinen den Raum in Bewegung zu bringen.

https://soundcloud.com/juliabuennagel/music-of-the-spheres